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Ziele Kerngebiet Wandsbek

Wir wollen die städtebaulichen Potentiale insbesondere um die neuen S4-Haltestellen in Tonndorf, Holstenhofweg und Pulverhof nutzen: Kurz- und mittelfristig können hier deutlich mehr als 500 Wohneinheiten entstehen, langfristig bestehen weitere Potentiale. Die bereits fortgeschrittenen Planungen für eine urbane Mitte im Zentrum Tonndorfs mit über 300 Wohneinheiten werden unterstützt; mit der zusätzlichen Teilnutzung des neuen P+R-Hauses mit 250 Stellplätzen auch als Quartiersgarage kann der notwendige Parkraum für das neue Zentrum hergestellt werden. An der Ziethenstraße direkt an der neuen Haltestelle Holstenhofweg könnten mit einer verdichteten Blockrandbebauung weitere 150 Wohneinheiten entstehen. Auch das bislang gewerblich genutzte Umfeld der zukünftigen S4-Station Pulverhof wollen wir für Geschosswohnungsbau weiterentwickeln – auch hier könnte eine dreistellige Zahl von Wohneinheiten entstehen.

Wir setzen uns ein für eine ebenso raschestmögliche Renovierung wie nachhaltig zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Wochenmarktfläche im Wandsbeker Kerngebiet.

Die Wochenmarktfläche im Wandsbeker Kerngebiet, hinter dem EKZ Quarree, wollen wir ertüchtigen und zu einem attraktiven und an allen Wochentagen beliebten und belebten Aufenthaltsort entwickeln. Wir wollen das Marktwesen attraktiv erhalten und werden deshalb die Rahmenbedingungen auf den Prüfstand stellen.

Um den Stellplatzbedarf im Kerngebiet flexibler abzudecken, werden wir Lösungen mit Parkhaus-Eigentümern entwickeln, um die ungenutzten Stellplatzangebote einer erweiterten Nutzergruppe bedarfsgerecht öffentlich zugänglich zu machen.




Klima, Umwelt, Verbraucherschutz

Der Bezirk Wandsbek ist ein sehr vielfältiges Gebiet aus großen Grünflächen und stark verdichteten Bereichen für Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Alltag – und Sport, Spiel, Freizeit. Wandsbek weist den größten Anteil an Landschafts- und Naturschutzgebieten aus und kann in besonderem Maße einen Beitrag zur Klima- und Umweltentlastung Hamburgs beitragen. Unabhängig von politischen Grundeinstellungen wollen die Menschen Schutz und Pflege der Umwelt.

Der urbane Biotopverbund soll gefördert werden, zudem sind ökologisch wertvoll gestaltete Freiflächen (Gärten, Innenhöfe u.a.) Ziel der Politik. Die Koalitionspartner schaffen Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung und Weiterentwicklung der
Landschaftsschutzgebiete (LSG) und Naturschutzgebiete (NSG) und intensivieren die fachgerechte Pflege – auch durch Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen. Hierfür sind, wo icht schon etabliert, passende Strukturen zu entwickeln und zu nutzen, wie zum Beispiel die Schaffung einer Stelle für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr.

Park- und Grünflächen müssen über den jeweiligen Standort hinaus als Teil eines größeren Grüne-Lunge-Netzwerkes betrachtet werden und entsprechende Aufgaben übernehmen, sie dienen darüber hinaus sowohl der Erholung als auch sportlicher Aktivität und fördern das soziale Miteinander. Die Koalitionspartner setzen sich gemeinsam dafür ein, dass die Gestaltung von Park- und Grünflächen grundsätzlich den unterschiedlichen Bedürfnissen der Besucher ausreichend Rechnung tragen soll. Mehr Bänke an „schattigen Stellen“ sollen realisiert werden, ebenso mehr Papierkörbe und eine häufigere Reinigung und Pflege. Unachtsame Entsorgung von Müll und Zigarettenkippen (sogenanntes Littering) in den Grün- und Parkanlagen bleibt eine Herausforderung und Aufgabe für die Politik. 

Es sollen ortsangepasste Wege gefunden werden, das Artensterben zu vermeiden, und Lösungen für ein gutes Miteinander von Arten und Mensch geschaffen werden (z.B. Blüh- und Streuobstwiesen, Straßenbegleitgrün). Der Schutz der Artenvielfalt im Bezirk Wandsbek erfordert die volle Aufmerksamkeit der heutigen Gesellschaft, aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen sollen hier unterstützend dienen. Gebietsfremde Pflanzen (invasive Neophyten) gefährden die Artenvielfalt, manche auch unsere Gesundheit. Wir setzen uns dafür ein, dass diese neu auftretende invasive Neophyten konsequent entfernt werden. 

Urban Gardening fördert Verständnis und Verantwortungsgefühl der Bürgerinnen und Bürger für ihre Umwelt. Das erfolgreiche Projekt der „ökologisch geförderten Grünpatenschaften“ soll fortgeführt werden. Weitere Projekte wie Gemeinschafts- und interkulturelle Gärten, Kleingartenvereine oder Urban-Gardening-Angebote sollen unterstützt und gefördert werden.

In Wandsbek tragen wir verstärkt zur Erarbeitung des Hamburger Hitzeaktionsplans bei. “Kühle Oasen” sollen gepflegt und gefördert werden. Die Flächen für Kaltluftbildung wie Grünachsen, Knicks, Wasser- und Moorflächen sowie Mischwälder sollen erhalten und weiterentwickelt werden. Wir wollen mehr Trinkwasserzapfstellen, um sich unterwegs die eigene Trinkflasche zu füllen und den Verbrauch von Plastikflaschen zu reduzieren.
Ein aktuelles und öffentlich zugängliches Verzeichnis von gekühlten Räumen, die im Notfall aufgesucht werden können, wollen wir auf den Weg bringen.
Die Gestaltung von Wandsbeks Plätzen und Wegen soll die notwendigen Anpassungen an den Klimawandel berücksichtigen und dabei gleichzeitig die Lebensqualität im Bezirk verbessern. Dazu gehören Bäume und hier insbesondere alte Laubbäume mit großen Baumkronen. Sie spenden Schatten und kühlen die Umgebung.
Wir wollen in Wandsbek ein effektives Wassermanagement. Dazu gehört eine Reduzierung neuer Versiegelung auf ein Minimum und dort, wo dies möglich ist, eine Entsiegelung bestehender Versiegelungen. Zukünftig planen wir Maßnahmen, die auf dem Weg zu einer möglichst Netto-Null-Neuversiegelung für Wandsbek hilfreich sind.
Wir wollen Wandsbeks Weg zur Schwammstadt beschleunigen. Mit Hilfe der Risikokarte für Starkregenereignisse sollen gemeinsam mit den Bürgern vor Ort Strategien zur Gefahrenabwehr entwickelt werden. Dabei sollen insbesondere auch Ideen und Maßnahmen seitens der Anwohnenden umgesetzt werden.






Bauangelegenheiten

Unter Beachtung der gemeinsamen Zielsetzung, den Wohnungsbau in Wandsbek zu fördern, werden auch die Mitglieder in den regionalen Unterausschüsse für
Bauangelegenheiten (Bauprüfausschüssen) eine gemeinsame Linie vertreten. Die Abstimmung erfolgt durch die Sprecher vor der Sitzung des Bauprüfausschusses. Die Partner werden darauf hinwirken, dass die gemeinsame Wandsbeker Politik auf Landesebene Bestand hat.

Die dramatische Lage auf dem Wohnungsmarkt und beim Wohnungsbau erzwingt eine klare Vorfahrt für den Wohnungsbau in Wandsbek. Diesem Ziel fühlen sich die drei Parteien verpflichtet. In Verhandlungen mit Investoren ist es Ziel, Wohnungsbauprojekte möglich zu machen und nicht mit überzogenen Anforderunge zu verhindern. Den Koalitionspartnern ist es ein Anliegen, Grünflächen zu erhalten und zu schützen – daher ist Nachverdichtung im Bestand vorrangig und das Mittel der Wahl.
 
Um den Bau bezahlbarer Wohnungen durch private, genossenschaftliche und öffentliche Investoren zu vereinfachen, werden wir in allen Fällen sachliche und
konsensorientierte Lösungen anstreben, das jeweilige örtliche Umfeld weiterentwickeln und – wo möglich und in übergeordnetem Interesse sinnvoll – auf
gewachsene Strukturen respektvoll Rücksicht nehmen. 

Um mehr Wohnungsbau in Wandsbek zu ermöglichen, werden wir die gesetzlichen Vorschriften für das Bauen im Bezirk pragmatisch im Sinne der Aufwand- und
Kostenreduktion für alle Beteiligten interpretieren und die landes-, bundes- und europarechtlichen Vorgaben grundsätzlich nicht durch weitere bezirkliche Auflagen
erhöhen. Abweichungen werden in begründeten Einzelfällen zwischen den Koalitionspartnern abgestimmt. Wir werden in Wandsbek in dieser Wahlperiode keine weiteren Gebiete mit Sozialer Erhaltungsverordnung über das Gebiet in Eilbek hinaus in Betracht ziehen und planen. 

Um sowohl dem Klimaschutz als auch Kosten- und Effektivitätsgesichtspunkten Rechnung zu tragen, werden wir die bestehenden landes-, bundes- und europarechtlichen Vorgaben und Standards erfüllen.
 
Wir werden in Wandsbek für den Wohnungsbau weiterhin alle Bautypen (Mehrfamilienhäuser, Reihenhäuser, freistehende Einfamilienhäuser) zulassen und in den entsprechenden Bebauungsplänen vorsehen.

Um in Wandsbek den Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen, ist bei Wohnungsbauprojekten ab 30 Wohneinheiten der Drittelmix (ein Drittel öffentlich geförderte Mietwohnungen, ein Drittel frei finanzierte Mietwohnungen, ein Drittel Eigentumswohnungen) grundsätzlich Richtschnur unseres planerischen Handelns. Aus Gründen der Stadtentwicklung kann im Einzelfall eine andere Schwerpunktsetzung geboten sein. 
 
Wir werden die Anzahl der PKW-Stellplätze an den Gegebenheiten vor Ort orientieren, wobei wir den Stellplatzschlüssel 0,8 als Richtschnur nehmen. Abweichungen sind bei Neuplanungen jeweils fachlich zu begründen und stehen  unter Vorbehalt der Zustimmung des zuständigen Fachausschusses. 

Um der zunehmenden Anzahl von älteren, auch alleinstehenden Mitbürgern gerecht zu werden, werden wir in größerem Umfang als bisher kleinere Wohnungen sowie für alternative Wohnformen wie z.B. Mehrgenerationenhäuser und Wohngemeinschaften geeignete Wohnbebauung bei den Planungen vorsehen. Letztere kommen auch den besonderen Anforderungen der wachsenden Anzahl an pflegebedürftigen und/oder mit Behinderungen lebenden Menschen mit Bedarf nach betreutem Wohnen zugute.
 
Es soll Angebote unterschiedlicher Wohnungsgrößen und -formen geben, um nicht zuletzt die besonderen Anforderungen von Familien zu berücksichtigen. 

Zudem setzen wir uns ein für einen guten Wohnungsmix auch innerhalb von Gebäuden. Wir wollen, dass bei Wohnungsbauten attraktive Vorhaben entstehen,
die sowohl in den Wohnungen als auch im Freiraum den Menschen eine hohe Aufenthalts- und Lebensqualität bieten. In diesem Zusammenhang sind die
Bedürfnisse der Menschen in den Quartieren zwingend zu berücksichtigen. 

Bei allen neuen Wohnungsbauprojekten werden wir weiterhin darauf achten, dass die soziale und verkehrliche Infrastruktur mitwächst. Ebenso achten wir darauf, dass die Qualität der Grünflächen und Freiräume bei einer Verdichtung weiterhin erhalten oder verbessert wird.
 
Bei allen städtebaulichen Veränderungsprozessen stehen wir für eine frühzeitige Einbindung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort ein. Je nach geplantem
Bauvorhaben stehen dafür unterschiedliche Formen der Einbindung zur Verfügung – von Runden Tischen bis zu öffentlichen Plandiskussionen. Um die Interessen
gerecht zu diskutieren, sollen diese Einbindungsmaßnahmen erstens adressengerecht aufbereitet und zweitens fair moderiert werden, um auch eher schüchternen Teilnehmerinnen und Teilnehmern das geschützte Einbringen ihrer Interessen zu ermöglichen. Wir möchten die Öffentlichkeit ermuntern, sich aktiv einzubringen und die zukünftigen Entwicklungen mitzugestalten. Bürgerbeteiligung bei bedeutsamen Stadtentwicklungsprojekten soll auch über das baugesetzliche Maß hinaus ermöglicht werden, vor allem frühzeitig in der konzeptionellen Phase. 

Wir stehen ein für die Schaffung und den Erhalt von bezahlbarem, attraktivem und klimagerechtem Wohnraum sowie für eine positive Weiterentwicklung der Quartiere.

Wertvolle Landschaftsräume der Stadt wollen wir schützen. Neubebauungen sollen sich in das Umfeld einfügen, gewachsene Strukturen behutsam weiterentwickelt
werden.